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To travel is to take a journey into yourself.
 
 

Vier Monate USA!!!

Hi ihr lieben,

Heute sind schon ganz genau vier Monate meiner Zeit in den USA vergangen und ich habe mich entschieden mal darüber zu schreiben inwiefern ich denke, dass ich mich verndert habe. Auf allen Vorbereitsseminaren werden Austauschschüler hören, dass man, sobald man wieder zuhause ist, eine komplett unterschiedliche Person geworden ist. Ob man eine “bessere” oder “schlechtere” Persönlichkeit bekommt ist subjektiv und egal wie sehr man sich dagegen wehrt, einige Prinzipien oder Eigenschaften werden sich definitiv ändern, was man allerdings erst bemerkt, wenn man ernsthaft darüber nachdenkt oder wenn Leute von Zuhause einen darauf ansprechen.

Selbstständigkeit

Ich war meiner Meinung nach schon immer selbständig, meine Eltern haben sehr viel Wert darauf gelegt und ich bin ihnen sehr dankbar dafür, aber nichts davon kann man mit der Selbständigkeit, die man während eines Auslandsjahres bekommt vergleichen. Man ist fast ausschließlich komplett auf sich allein gestellt und versucht alle Probleme ohne Hilfe zu lösen. Dadurch wird man sich auch viel erwachsener und älter fühlen als man eigentlich ist und es kann schwer sein, sich in seiner Familie wieder einzugliedern. Allerdings gewinnt man meiner Meinung nach auch ein Gefühl von Freiheit, denn man weiß, dass fast nichts unmöglich ist und man es nur ausprobieren muss.

Kritik an Sachen, die man überhaupt nicht kennt

Ihr kennt das doch bestimmt alle:Man läuft durch die Stadt, sieht jemanden oder etwas, das anders aussieht als man es gewohnt ist und dann fängt man an es zu kritisieren oder sich darüber lustig zu machen. Viele Personen, die denken, sie sind sehr tolerant und akzeptieren alles, sind in Wahrheit ziemlich intolerant und nicht  so offen. Ehrlich gesagt habe ich auch von mir gedacht, dass ich viel Toleranz habe. Seitdem ich hier bin allerdings, habe ich gemerkt, dass man sich im Hinterkopf immer etwas denkt. Wenn man in ein anderes Land geht, in einer anderen Familie wohnt, wir nichts gleich sein wie in seinem eigenen Zuhause. Man muss sich nicht nur komplett anpassen, sondern vergleicht auch die Ansichten, die unsere Eltern uns von klein auf beigebracht haben, und überlegt, ob diese wirklich so richtig sind. Dadurch, dass Austauschschüler in eine praktisch andere Welt gesetzt werden, lernen sie, sich immer auf etwas Neues einzulassen, und erst alles anzuschauen bevor man sich eine Meinung darüber bildet. Style, Aussehen oder Status bei anderen Personen werden immer unwichtiger und das ist eines der wichtigsten Dinge, die man an sich ändert ohne es zu bemerken.

Zeitgefühl

Als ich noch in Deutschland war, habe ich immer auf bestimmte Erlebnisse hingelebt, ob es das Wochenende, die Ferien oder mein Abi waren, und nie richtig in der Gegenwart gelebt. Und ich bin nicht die Einzige, viele ATS mit denen ich gesprochen habe ging es genauso. Während seines Auslandsjahres jedoch lernt man jeden Moment zu genießen und sich an den kleinsten Dingen zu erfreuen. Man weiß, dass man das vielleicht nur einmal erlebt und genießt es umso mehr. So lebt man nicht mehr nur noch für die Zukunft oder denkt über die Vergangenheit nach. Außerdem lernt jeder geduldig zu sein, denn dadurch, dass Andere geduldig sein müssen um dir zuzuhören, wenn du in deiner Gastsprache sprichst, machst du das automatisch genauso. Wenn man wieder in seinem Geburtsland ist, wird man sich an Sachen wie einen bestimmten Geruch, eine Erinnerung zu einem Song oder an ein bestimmtes Gefühl erinnern, die man hoffentlich auch niemals vergessen wird.

Everything

Ich könnte noch tausende andere Sachen aufzählen, aber man kann es eigentlich nicht besser ausdrücken als zu sagen, dass man auch seine ganze Persönlichkeit verändert. Man überdenkt, wer man ist, überlegt, was man von seinem Leben möchte und merkt, dass man komplett unterschiedliche Ängste, Prioritäten und Prinzipien hat. An einem Tag bemerkt man es plötzlich, man hat sich entwickelt und ist eine zweite Persönlichkeit geworden, ob man es will oder nicht.



20.12.15 00:25

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