marry-goes-usa

To travel is to take a journey into yourself.
 
 

Archiv

Der Flug ins Ungewisse

Nun bin ich schon genau 3 Wochen bei meiner Familie in OKC und komme erst jetzt dazu meinen Blog upzudaten, da einfach immer etwas los war und ich nie Zeit hatte.

An dem Tag, an dem meine große Reise endlich beginnen sollte, am 19. August 2015, war ich unglaublich aufgeregt und konnte es überhaupt nicht abwarten in das Flugzeug zu steigen  Meine Familie und ich sind sehr früh losgefahren damit wir auch pünktlich am Frankfurter Flughafen sein konnten, und ich glaube ich war unerträglich in der Zeit bis wir angekommen sind. Ich konnte einfach noch nicht realisieren, dass mein größter Traum endlich in Erfüllung gehen sollte. Angst hatte ich eigentlich keine, nur wollte ich meine Anschlussflüge nicht verpassen. In Frankfurt angekommen war es erstmal sehr schön alle vom Vorbereitungsseminar wiederzusehen aber viele waren natürlich mit ihrer Familie da und ich habe mich erst im Flugzeug mit allen richtig unterhalten.

 Der Abschied fiel mir wirklich nicht schwer, denn ich bin mir sicher, dass ich wieder nach Hause komme , aber ich kann auch die Leute verstehen, die ein bisschen traurig waren.

 Ich bin schon ziemlich oft geflogen, aber dieser Flug nach Chicago war natürlich komplett anders, vor allem viel länger und man wusste eigentlich noch nicht genau, was einen erwartete. Einer der schönsten Momente im Flugzeug war, als meine zwei Nebensitzer und ich gemeinsam unsere Abschiedsbücher gelesen haben, denn das war total schön zu lesen, was alle meine Freunde und Familie da reingeschrieben haben. Vielen Dank an Euch, hab Euch lieb!!

 Kurz vor der Landung, als wir über die Great Lakes und dann über Chicago flogen, war ich wie ein kleines Kind, aber nicht nur mir ging es so. Es war das erste Mal, dass ich Amerika gesehen habe und schon von oben sah alles komplett anders aus. Dann standen wir endlich auf amerikanischem Boden und ich musste sofort los. Alles war unglaublich riesig, und ich dachte schon Frankfurt wäre ein großer Flughafen, und ich brauchte erstmal ein bisschen um mich zurechtzufinden. Außerdem gab es ein kleines Missverständnis und ich dachte, dass ich alleine in meinem nächsten Flug bin, weswegen ich auch zum Zoll und Einwandersungskontrolle oder wie das heißt rannte. Es dauerte ewig, bis man endlich drankam und ich war froh, dass niemand meine Koffer durchsucht hat, denn dann wäre es ein bisschen knapp gewesen. Als ich endlich nach dem zweiten Einchecken am Gate ankam, traf ich dann ein anderes Mädchen aus meiner Gruppe und es stellte sich heraus, dass wir doch gemeinsam fliegen.

 Alles am Flughafen war so typisch american-style, genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Leute waren auch mega nett, egal wo man hinkam, sie haben einem immer geholfen. Also man braucht definitiv keine Angst zu haben, dass man auf sich allein gestellt ist.

Nach dem nächsten Flug in Houston, habe ich, dumm wie ich bin , vergessen die Uhr noch mal eine Stunde zurückzustellen und habe mich unglaublich gehetzt um zum nächsten Gate zu kommen. Ich war zu dem Zeitpunkt schon 24 wach und hatte seit einer Ewigkeit nichts mehr gegessen aber vor allem nichts mehr getrunken und als ich gerannt bin, hatte ich immer das Gefühl gleich umzukippen. Es ist nicht die tollste Erinnerung aber auf jeden Fall war es meine erste Challenge. Das Blöde war außerdem, dass ich nicht wusste, dass mein sein Gepäck nicht abholen braucht, wenn man mit der gleichen Airline weiterfliegt, denn ansonsten muss man in den USA immer auschecken und neu einchecken. Als ich dann an der Gepäckausgabe stand und mein Koffer als letztes immer noch nicht kam, war ich ziemlich fertig, denn ich dachte ich sehe meine Sachen nie wieder. Also bin ich zum Infostand gegangen aber da hätte ich eine halbe Stunde warten müssen und dann hätte ich meinen Flug verpasst. Deshalb bin ich einfach zu einem Gate gerannt und habe dort dann gesagt bekommen, dass man seinen Koffer nicht abholen muss du dass der Flug erst in 1 Stunde geht. Also war alles umsonst.

Deshalb wenn ihr irgendwann in eurem Austauschjahr denkt, jetzt ist es vorbei, denkt immer daran, dass egal in welcher Situation ihr seit, es geht immer weiter.

Die letzten zwei Stunden Flug konnte ich dann ein bisschen schlafen, aber ich war unglaublich froh, dass ich endlich angekommen bin und zum ersten Mal meine Gastfamilie umarmen konnte. Ich  habe dann eigentlich auf gar nichts mehr geachtet sondern bin dann sofort ins Bett gegangen, denn ich glaube so müde war ich noch nie in meinem ganzen Leben. 

 

 

12.9.15 18:49, kommentieren

Die ersten Tage in meinem neuen Zuhause

Hey ihr, heute kommen mal ein paar Einträge, denn ich muss noch einiges nachholen

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, musste ich erst nochmal die Augen schließen um mir klarzumachen, dass ich nicht mehr in Deutschland oder Europa, sondern auf einem ganz anderen Kontinent war. Es war zuerst etwas komisch in meine Zimmer und als ich das Haus und den Garten angeschaut habe, aber ich habe mich eigentlich sofort wohlgefühlt und auch verstanden, warum es so wichtig ist, flexible und offen für Neues zu sein. Denn egal wo ihr seit, es wird wahrscheinlich immer anders sein, als ihr es gewohnt seit, aber ihr dürft trotzdem nichts kritisieren, sondern es einfach so nehmen wie es ist. Mit der Zeit wird es besser und ihr habt auch nicht mehr das Gefühl ein Gast zu sein, das verspreche ich euch.

An diesem Tag bin ich nicht zur Schule gegangen, konnte ausschlafen und hatte danach wirklich keinen Jetlag. Mittags war ich dann mit meiner Gastmutter und meiner Schwester das erste Male in einem der Supermärkte und es ist alles einfach unglaublich riesig, wirklich alles.

Über das Wochenende habe ich mich schon sehr gut eingefunden, und konnte eine gute Beziehung zu meiner Familie herstellen, sodass es einfach wahr sich wohlzufühlen. Ich verstehe mich mit allen echt super gut und habe auch schon fast die ganze Verwandtschaft kennengelernt. Jedenfalls hatte ich einen sehr guten Start in mein Auslandsjahr und freu mich auf alles, was noch kommt.

12.9.15 19:03, kommentieren

First day of school!

Vor meinem ersten richtigen Schultag war ich ziemlich aufgeregt, denn obwohl ich die Schule schon kannte, weil wir sie schon besichtigt hatten, hatte ich Angst, dass ich keine guten Fächer wählen kann oder keine Freunde finden würde und alle diese Sachen.

Jedenfalls bin ich dann mit meiner Schwester zu dem Counsellor gegangen(ich habe keine Ahnung wie das geschrieben wird) und habe meine Fächer gewählt. Ich habe zwei Deutsch Klassen, Spanisch, Französisch, Englisch und AP Government und AP US History. Leider musste ich auch Mathe nehmen Dann habe ich noch so Sachen wie meine Student ID und meinen Spind bekommen und dann ging es auch schon los in meine erste Klasse.

Es wird wahrscheinlich für jeden Austauschschüler in den ersten Wochen so sein, alle schauen einen an, weil man ja der oder die Neue ist, alle sagen einem auf dem Gang Hallo oder alle stellen einem gute bis wirklich komische Fragen über Deutschland. So ging es auch mir, und das obwohl es an unserer Schule bereits 4 Austauschschüler gibt, zwei aus Deutschland und zwei aus Frankreich.

Alle Leute waren total nett und haben mir geholfen, aber es war definitiv nicht so wie in vielen Filmen, dass man sofort eine beste Freundin hat. Ich kannte natürlich noch niemanden und deshalb habe ich Lunch mit einigen Leuten aus meinem letzten Kurs gegessen. Als ich dann jedoch wieder zuhause war, habe ich mich gefragt ob ich überhaupt irgendwann Freunde finde und ich kann euch versichern, mit jedem Tag lernt ihr mehr Leute kennen und nach einer gewissen Zeit habt ihr dann schon einige gute Freunde und sehr viele bekannte.

Alles in allem ist der Tag ganz gut gelaufen, ich habe mich nicht blamiert und wurde vor allem im Volleyballteam angenommen, wo ich sehr schnell Freunde gefunden habe und jetzt 4 mal die Woche Training plus Spiele habe. Freut euch auf euren ersten Schultag aber habt nicht zu viele Erwartungen, dann kann es nur gut werden 

12.9.15 19:39, kommentieren

Schulsystem in den USA

Ich habe mich dazu entschlossen, heute mal über das Schulsystem in den USA zu reden, auch wenn einige das alles vielleicht schon wissen.

 Die Kinder fangen mit der sogenannten "Elementary School" an, die auch schon den Kindergarten beinhaltet. Die "Middle School" beginnt ab der sechsten Klasse, das kann jedoch auch je nach Staat nach variieren. Die eigentliche "Highschool" beginnt erst mit der neunten bis zur zwölften Klasse, diese Stufen heißen Freshmen, Sophomore, Junior und Senior. Es gibt keine verschiedenen Schultypen wie in Deutschland, das heißt Highschools sind Gesamtschulen mit allen Schülern. Das hat vielleicht Vorteile, es gibt zum Beispiel keine "Hierarchie", aber das Niveau ist dementsprechend meistens nicht so hoch. Deshalb gibt es auch für jedes Fach mehrere Klassen und man kann zum Beispiel zwischen French 1,2,3,4,5 oder 6 wählen. Außerdem gibt es noch AP-Classes, das sind Fächer auf Collegeniveau und sie sind wirklich sehr anspruchsvoll.

Ich habe das Glück (oder Unglück), dass ich auf einer sehr guten Schule bin, es ist definitiv nicht leicht und die Schule ist auch eine der Besten im Staat. Deswegen war es auch am Anfang sehr schwer für mich in der Schule mitzukommen, denn sie hat ja schon 3 Wochen bevor ich ankam angefangen, aber  mittlerweile  finde ich mich gut zurecht.

Allerdings legen die Amerikaner, zumindest weiß ich das von sehr vielen Freunden, die überall in den USA verteilt sind,  viel Wert auf Hausaufgaben. So viel wie wir in den drei Wochen, in denen ich jetzt hier bin auf hatten, habe ich wirklich noch nie in einem halben Jahr in Deutschland gemacht. Jeden Tag sind es immer zwischen 1 und 3 Stunden!!! Im Unterricht dagegen machen wir nie so viel, sondern reden meistens nur. Meiner Meinung nach könnte man das ein bisschen besser verteilen, denn so hat man nur am Wochenende Zeit etwas mit Freunden zu machen.

Außerdem gibt es keinen so abwechslungsreichen Stundenplan, man hat entweder jeden Tag die gleichen Fächer oder, wie an meiner Schule, einen A-Day und einen B-Day.

Es gibt auch keine Klassen wie in Deutschland, sondern man hat jedes Fach mit neuen Leuten zusammen, was ich sehr gut finde, denn so lernt man viel mehr Leute kennen.

Eine Schulstunde hat 60 min und man hat immer Doppelstunden, das heißt 120 min ohne Pause und dann nach 5 min wieder in die nächste Stunde. Lunch ist bei mir 40 min aber man kann in den meisten Schulen das Gelände nicht verlassen und muss entweder in der Cafeteria essen oder sich etwas von zuhause mitbringen.

Das waren erstmal so die größten Unterschiede, die mir gerade eingefallen sind 

 

12.9.15 21:04, kommentieren